Die Muse

 

Sie tanzt. Ein Blick von ihr und Schwerter bohren sich in deinen Kopf. Du wendest deine Augen ab.

 

Sie ist wütend. Verzweifelt. Alleine und stolz.

 

Energisch schüttelt sie den Kopf. Zu einer Musik, die nur sie hört.

Sie brüllt den Text.

 

Schlägt mit den Fäusten gegen unsichtbare Gegner.

 

Ein Blick von ihr. Die Gegner sind nicht das Problem, die Verbündeten sind es, sie kommt auf dich zu.

 

„Du magst mich? Du sagst du liebst mich?“ Dein Magen zieht sich vor Schmerz zusammen, als ihr Schlag dich trifft.

 

Verwirrung bleibt zurück, als sie dich am Boden sieht. Sie will nicht dich, sie will mich.

 

Sie verlangt Respekt, sie verlangt Gehör. Sie möchte „ich“ genannt werden.

 

Ich?

 

Ich bin wütend und sollte brüllen. Und schon bin ich ruhig. Es ist SIE deren Augen Schwerter sind, es ist SIE, deren Fäuste sich in Mägen bohren, es ist SIE.

 

Der Feuerball in meinem Rücken wird durch hinaufgezogene Mundwinkel kaschiert.

 

Sie wird stärker werden. Ich ahne es. Du kannst tatenlos zusehen, es bin ich, die sie will.

 

Es ist ICH, das sie will.

 

Zen mag eine Tugend sein, doch Feuerteufel, so sprich.

 

Was willst du? Willst du mich leugnen, willst du deine Süchte, deine Sehnsüchte, deine Träume und deine Ideale verniedlichen? Traum ist ein niedliches Wort, hab ich Recht? Traum lässt von Ponys und von Regenbögen ahnen. Tagträumen und Prinzessin sein…

 

Sie schreit und blickt durch meine Augen.

 

Es gibt zu tun.

 

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© Ina Seiser