Tanz der Realität

Am Rande des Wahnsinns steht ein altes Saiteninstrument.

Der versiegende Strand der Vernunft trägt das dunkelbraune Violoncello.

Hinter ihm endet der Horizont.

Ein Bogen liegt wie unachtsam geworfen neben ihm im Sand.

 

Es ist still.

 

Es ist still.

 

Es ist still.

 

Die Vernunft sagt: Du bist.

Der Wahnsinn wispert: Du auch.

Die Vernunft sagt: Schau dir das zuerst an.

Der Wahnsinn wittert seine Chance…

 

Du schaust.

 

Du fixierst.

 

Du analysierst.

 

Staubkorn um Staubkorn, was hat es hier auf sich?

Vor lauter Daten und Fakten verliert sie mich.

Sie? Wer? Du?

Mich? Wen? Eigentlich.

 

Als die erste leichte Konfusion eintritt streicht die höchste Saite sanft.

Wer?

Du?

Ich?

 

Sie wechselt die Tonlage.

Jetzt komm, wer?

Du!

Ich?

 

Der Horizont vibriert, die Wellen kräuseln sich.

Die Welten scheinen zu verschmelzen…

Schaust du noch?

Wer, ich?

 

Er schaut noch.

 

Pardon, er fixiert.

 

Und analysiert.

 

Ein wenig tiefer…

Fühl den Groove, Baby….

He! Du!

Ich?

Ja!

 

Wie kann ich behilflich sein?

Wer bist du?

Na du.

Na du?

 

 

Am Rande des Wahnsinns steht ein altes Saiteninstument und hebt zum Allegro an.

 

Doch das ist eine andere Geschichte.

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© Ina Seiser